Wittislingen St. Ulrich und Martin

Kirchenführer mit Vorgeschichte

Bild von Hochaltar mit Seitenaltaren

Die Besiedelung des Ortes reicht bis in die mittlere Steinzeit zurück. Nach einem Grabfund im Jahre 1881 weisen die Grabbeigaben eine fränkisch alamannische Fürstin als Christin um das Jahr 680 n. Christus aus. Besonders wertvoll ist eine Bügelfibel mit der Inschrift:

"Uffila lebe glückselig in Gott
unsträflich vom Tode ergriffen
denn solange ich leben durfte
bin ich sehr gläubig gewesen
Ruhe in Gott"

Vermutlich ging aus diesem Geschlecht 200 Jahre später der Hl. Ulrich hervor.

Hupald und Thietburga, die Eltern des Hl. Ulrichs(890-973), waren in Wittislingen ein ansässiges Grafengeschlecht.

Bild von Thietburga

Bild von Thietburga nach einem Fresko aus der alten Kirche von 1750


Bild von Grabplatte im Mittelgang

Grabplatte im Mittelgang


Ulrich wurde 890 in Wittislingen geboren, nach mündlicher Überlieferung im Haus westlich der Kirche (Sage vom Ulrichsglöckle). Mit 10 Jahren kam er nach St. Gallen zur Erziehung und Ausbildung ( aus Vita von Domprobst Gerhard zu Augsburg). Nach dem Studium wurde Ulrich Kämmerer (wirtschaftlicher Verwalter) des Augsburger Bischof Adalbero. Nach dem Tode seines Vaters verwaltete Ulrich die väterlichen Güter im Stammsitz zu Wittislingen (909-923). Ende 923 folgte Ulrich auf den Bischofsstuhl in Augsburg. 50 Jahre lang erwies sich Ulrich als der gute Hirte in seinem Bistum. Er befestigte die Stadt Augsburg und versöhnte verfeindete Parteien. Ulrich trug im Jahre 955 maßgeblich dazu bei, daß die Ungarn bei der Schlacht auf dem Lechfeld geschlagen wurden.
In der Lebensbeschreibung des Hl. Ulrich wird auch schon eine Burgkapelle/Kirche erwähnt. Im 13. Jahrhundert stand auf dem Burgplatz eine dreischiffige romanische Pfarrkirche, die von einem Friedhof umgeben war. Der freistehende Turm geht in seinem Unterbau aus der Zeit des Grafen von Wittislingen zurück. Dort hatte einst ein Türmer seine Wohnung. Der Türmer war für die Brandwache zuständig.

Bild vom Kirchturm

37 m hoch → in spätgotischer Zeit


Der Neubau der Wittislinger Kirche von 1750-1752 wurde durch Baumeister Joseph Eberhardt aus Dillingen durchgeführt.


Das Kirchenschiff und Chorraum mit den Fresken von Konrad Huber aus Weißenborn(1787 gemalt) zeigen die geschichtlichen Gefährdungen der Pfarrgemeinde:

Bild Feuersbrunst

Ostseite: Bei der großen Feuersbrunst von 1783 wurden 90 Gebäude eingeäschert.


Bild Einfall der schwedischen Soldaten

Nordseite: Einfall der feindlich schwedischen Soldaten im Jahre 1634 in Wittislingen


Bild von der Pest

Südseite: Die Pest, der schwarze Tod, grassierte im Jahre 1751 schwer im Ort.
Die Dorfbevölkerung bittet um die Fürsprache der beiden Kirchenpatrone Hl. Ulrich und Martin.


Bild Gegenüberstellung Synagoge und Kirche

Chorraum: Auf dem Fresko kann man die Gegenüberstellung Synagoge und Kirche, Altes und Neues Testament, Vorbild und Erfüllung sehen.


Bild Hochaltar

Hochaltar: Kreuzigungsbild von Konrad Huber, gesamtes Figurenwerk sicher vom Dillinger Bildhauer Joh. Michael Fischer


Bild Zelebrationsaltar

An der Nordwand steht ein 2. Zelebrationsaltar mit einer Kalkplatte mit Inschrift aus der Zeit vor dem Hl. Ulrich um 600 n. Christus. Darauf steht eine Figur der Mutter Gottes mit Kind im Strahlenkranz auch von Joh. M. Fischer.


Bild Taufbecken Bild Taufbecken

Unser Taufbecken stammt aus dem Jahre 1660 und wurde gestaltet von Felix Liebendorfer (1604-1669), ein bedeutender Wittislinger Steinmetzkünstler.


Bild linker Seitenaltar

Der linke Seitenaltar ist ein Marienaltar mit der Darstellung Maria Himmelfahrt von Konrad Huber, die Figuren stellen den Hl. Michael als Sieger über Luzifer und den Schutzengel mit Kind dar.


Bild rechter Seitenaltar

Der rechte Seitenaltar ist der Josephsaltar mit einem Bild vom Dillinger Maler Johann Kaspar Bürgisser. Die Figuren zeigen die Apostel Petrus und Paulus mit ihren Insignien.


Bild Kanzel

Der Kanzelkorb ist mit klassizistischen Schnitzornamenten verziert. Die Schnitzornamente stellen die Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung dar.


Bild Empore mit Orgel

Blick auf Empore und Orgel: Die neue Orgel ist seit 2002 von der Fa. Link aus Giengen.


Bild Maria Immaculata

Ein schönes Abschlussbild auf ein weiteres Kunstwerk von Johann Michael Fischer in der Nische an der Südwand: Maria Immaculata (1750/1760)


Die letzte Innenrenovierung wurde im Jahr 2001 ausgeführt.

Film "Wittislingen - Heimat des Hl. Ulrich von katholisch1tv"

Hier ist der Link zum Film

Counter/Zähler